Von Hegels Herr-Knecht Dialektik zur Verdinglichung bei Marx

Von Hegels Herr-Knecht Dialektik zur Verdinglichung bei Marx , 2021Die Auseinandersetzung mit Hegels Dialektik von Herr und Knecht und der Marxschen Revolutionstheorie vom Klassenkampf als Motor und Dialektik der Veränderung der Gesellschaft wäre ein Thema für eine Dissertation. In dieser knappen Arbeit versuche ich, die Gemeinsamkeiten und Widersprüche der Hegelschen und Marxschen Philosophie zu veranschaulichen. Als Marxist mit Hegelschen Tendenzen und beeinflusst von verschiedenen Richtungen im Marxismus, muss ich gerecht mit Hegel umgehen, was nur in einer Ausarbeitung seiner gesamten Werke gelingen kann. Was die Junghegelianer machten, war Hegel gegenüber ungerecht und eine Art der Vitalisierung seiner Theorie. Diejenigen, die Hegel von rechts und links rezipierten, litten meist unter vielen Schwierigkeiten. Sie konnten mystifizierende und häufig doppeldeutige dialektische Sätze von Hegel nicht ignorieren, aus denen man sowohl radikale revolutionäre Gedanken als auch eine stark christlich geprägte Weltanschauung herauslesen kann. Die Junghegelianer beriefen sich häufig auf die Teile der Hegelschen Philosophie, in denen Begriffe wie Gott, das Absolute, etc. nicht vorkommen, oder sie versuchten, diese Begriffe zu ignorieren oder auch in ihrem Interesse zu interpretieren. Zwischen all diesen Menschen, die sich mit Hegels Philosophie beschäftigten, erkannte einer die Doppeldeutigkeit der Hegelschen Philosophie, lange bevor Marx und Engels sie erkannten. Dieser Mann war Heinrich Heine. Die deutschen Philosophen verwendeten häufig eine komplexe Sprache. Durch ihre doppelseitige Sprache versuchten sie, die Zensur zu überwinden, die ihre Äußerungen in Deutschland stark einschränken sollte. Diese Form der Sprache war somit materialistisch bedingt.
Ein anderes Problem war der Konflikt zwischen den Philosophen und Intellektuellen selbst. Nach jedem Konflikt warfen sie einander vor, die jeweils andere Position nicht richtig verstanden zu haben. Heinrich Heine verweist aber auch auf die eigene Verantwortung Fichtes und Hegels für ihr Nichtverstandenwerden. Diese liege einerseits in ihrer unklaren Sprache, andererseits aber auch darin, dass sie ihre Kritiker des Nichtverstehens bezichtigten, auch wenn sie sie noch des Verstehens gelobt hatten, als sie gleicher Meinung gewesen waren. (Heine, S. 152)


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